8xMille für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien

Sie unterschreiben – Wir helfen

Mit Ihrer Unterschrift für 8xMille zugunsten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien können Sie soziale und kulturelle Projekte in ganz Italien unterstützen.

Die ELKI, 15 Gemeinden zwischen Brenner und Sizilien, eine kleine Gemeinschaft, ohne große Mittel, die das Wort des Evangeliums umsetzen und verkünden möchte, indem sie sich solidarisch und aktiv in die Gesellschaft einbringt. Viele italienische Steuerzahler unterstützen uns seit Jahren in diesem Ansinnen.

Was wir mit 8xMille tun:
SOZIALES
GENDER UND CHANCENGLEICHHEIT
KULTUR
GESELLSCHAFT
UMWELT UND KLIMA

Und vieles andere mehr…

Bei Projekten im Ausland arbeitet unsere Kirche mit internationalen Partnern wie dem Martin Luther Bund, dem Lutherischen Weltbund und dem Gustav Adolf Werk zusammen, die durch ihre Projekte einen sorgsamen Umgang mit den Geldmitteln garantieren. Aus den weiter unten einzusehenden Berichten kann entnommen werden, wie die 8-Promille Gelder von der Synode verteilt werden.

Wir danken für Ihr Vertrauen. Wir bauen auf Ihre Unterstützung.
8xMille – Ihre Unterschrift, damit wir auch in Zukunft die Botschaft der Bibel nicht nur predigen, sondern konkret leben können.

Aktivierte Projekte

ELKI Pilotprojekt für Dublin-Flüchtlinge

Seit November 2017: „Dublinati“, das gemeinsame Flüchtlingsprojekt von ELKI und FCEI – Bezugspunkt für internationale Kirchen und NGO

Mit der irischen Hauptstadt Dublin hat es eigentlich nichts zu tun, das gemeinsame Flüchtlings-Projekt von ELKI und FCEI, dem Bund der Evangelischen Kirchen in Italien. Namensgeber ist das Dublin III Abkommen, das Flüchtlingen im EU-Raum die Möglichkeit nimmt, frei zu wählen, wo sie um Asyl ansuchen möchten und sie zwingt, dorthin zurückzukehren, wo sie das erste Mal in Europa registriert worden sind. Das im November 2017 beschlossene und im Januar 2018 gestartete Projekt „Dublin-Flüchtlinge“ wird vornehmlich mit Mitteln aus dem 8xMille Steuerfonds finanziert und war ursprünglich nur auf ein Jahr ausgelegt. Dazu kam eine großzügige Unterstützung der Württembergischen Landeskirche. Allerdings ist mit Eintreten der globalen Corona-Pandemie, so die Koordinatorin der Flüchtlingsprogramme der FCEI, Federica Brizi, alles viel komplizierter geworden.

Im Jahr 2018 sind 6.351 Personen, Asyl-Bewerber oder bereits anerkannte Asylanten, in Anwendung der europäischen Dublin-III-Verordnung nach Italien abgeschoben wurden; im Jahr 2019 waren es nur unwesentlich weniger: 5.864 Personen. Die offiziellen Zahlen für 2020 liegen derzeit noch nicht vor. Das Budget 2020 für das Projekt „Dublin-Flüchtlinge“, in Folge kurz „Dublinati“, belief sich auf 45.200 Euro.

Die gemeinsame Initiative von ELKI und FCEI war ursprünglich auf zehn Personen im Jahr ausgelegt. Bereits im Lauf des ersten Tätigkeitsjahres war es notwendig, diese Quote auf zwanzig zu erhöhen, möglich war dies nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Allein vom 1. Januar bis Ende März 2019 sind im Rahmen des Projekts bereits dreißig „Dublinati“ betreut worden! Bis Jahresende sollte sich die Zahl mehr als verdoppeln. Die Einführung der beiden Sicherheitsdekrete durch die Regierung Conte, unterzeichnet von dem damaligen Innenminister Salvini im Zeitraum zwischen Ende 2018 und Anfang 2019, führte zu einem humanitären Notstand in Italien und setzte de facto das Flüchtlingsaufnahme und -schutzsystem aus.

Mit Jahresbeginn 2020 und dem Auftreten der Corona Virus-Pandemie ging die Zahl der abgeschobenen Flüchtlinge aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zurück. In den 12 Monaten des Jahres 2020 wurden auf Meldungen von europäischen Kirchen und NGOs dreißig Menschen in Obhut genommen, vier von ihnen im Rahmen eines langfristig ausgelegten Arbeitsintegrationsprozesses.

Insgesamt betreute das Projektteam 2020 rund 50 Personen mit Migrationshintergrund, darunter viele Minderjährige. Neben den Neu-Ankömmlingen werden auch die in den vergangenen Jahren aufgenommenen, abgeschobenen Flüchtlingen weiterhin betreut, in Bezug auf Integrationsmaßnahmen, Schulungen, Arbeitsvermittlung, sanitäre und rechtliche Unterstützung. In den ersten Monaten des Jahres 2021 hat das „Dublinati“-Team bisher nur einen neuen Fall übernommen.

Als positives Zeichen für eine Trendwende ist das allerdings nicht zu werten. Die Abschiebungen sind nur aufgeschoben. Menschen, die zur Abschiebung bestimmt sind, bleiben jetzt zum Teil wochenlang in provisorischen Erstaufnahmelagern blockiert. Die Zwangsüberstellungen nach Italien wurden aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zwar ausgesetzt, nicht aber die freiwillige Überstellung von Asylbewerbern und Migranten. Da während des Lockdowns alle Dienste und Aufnahmeeinrichtungen von heute auf morgen geschlossen worden sind, waren diese Menschen allerdings völlig sich selbst überlassen, bzw. auf nicht staatliche Hilfsorganisationen angewiesen.

Abschiebungen im Rahmen des Dublin-III-Abkommens wurden bisher vor allem von Deutschland und der Schweiz durchgeführt.

Die Leidtragenden des Dublin-III-Abkommens, erklärt die Koordinatorin des Projekts, kommen hauptsächlich aus Nigeria, Eritrea, Pakistan, Ghana, Afghanistan, China, Mali, Kamerun, Somalia und Algerien. Oft handelt es sich um Menschen, die schon vor einigen Jahren nach Europa gekommen sind und die sich in den Ländern, die sie ausweisen, bereits ein neues Leben aufgebaut, eine Wohnung und einen Arbeitsplatz gefunden haben. Tatsächlich steht das Dublin-III-Abkommen in krassem Gegensatz zur Genfer Konvention von 1952, die das Recht der Flüchtlinge auf freie Wahl ihres Aufenthaltsortes festschreibt.

Diejenigen, die als Asylbewerber nach Italien kommen, haben Zugang zur den Hilfs-Maßnahmen im Rahmen der nationalen Flüchtlingsprogramme. Wer bereits den Asylantenstatus zuerkannt hat, hat hingegen in Italien keinerlei Anspruch mehr auf öffentliche Unterstützung. Das Projekt „Dublinati“ zielt deshalb besonders auf diese Kategorie, Menschen, die in Fiumicino aus dem Flugzeug steigen, völlig verloren, ohne zu wissen, an wen sich wenden, wohin gehen, oft mittellos. Es gilt, sich ihrer umgehend anzunehmen, eine Unterkunft zu finden, festzustellen, welche Art der Hilfeleistung benötigt wird, logistisch, sozial oder auch medizinisch und sich dann auch der rechtlichen Aspekte anzunehmen, um die Position dieser Menschen so schnell wie möglich zu klären und zu legalisieren.

Das Projekt „Dublinati“ arbeitet eng mit der Heilsarmee von Rom zusammen, die in den ersten beiden Jahren Räumlichkeiten für die kurzfristige Unterbringung der Abgeschobenen zur Verfügung gestellt hat. „Der bürokratische Aufwand, sowohl für die Aufnahme als auch in Bezug auf die gesundheitlichen und rechtlichen Aspekte, sind seit Corona viel komplexer geworden, der gesamte Prozess nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch“, unterstreicht die Projektleitung.

Die Leistungen, die das Projekt „Dublinati“ garantiert, sind im Einzelnen:

–              Unterstützung, Information und Monitoring vor der Abreise (Sammlung von Meldung und Fallinformationen)
–           Organisation von geschützten Rücküberführungen (Kontakte mit Flughafenbehörden und NGOs);
–           Empfang am Flughafen (bei Personen mit körperlichen oder psychischen Beschwerden);
–           Vermittlung und Unterbringung in Aufnahmezentren;
–           Vorübergehende Aufnahme in anerkannten Einrichtungen (Heilsarmee, YWCA, Refugees Welcome);
–          Rechtsbeistand (bei Asylantrag, Vorbereitung der Anhörung zur Anerkennung des internationalen Schutzes vor der Territorialkommission, Einlegung von Berufungen, Familienzusammenführungen usw.);
–           Orientierungshilfe und Unterstützung bei der Eingliederung, bei Behördengängen (Anmeldung beim nationalen Gesundheitsdienst, Arbeitsämtern, Italienisch-Sprachschulen sowie Kontaktaufnahmen mit NGOs der jeweiligen Region);
–           Gesundheitsspezifische, soziale, psychologische und auf Arbeitssuche bezogene Orientierungshilfe, Tutoring und Begleitung zu lokalen Dienstleistern;
–           Finanzielle Unterstützung.

Seit dem Start des Projekts „Dublinati“ gehen immer mehr Anfragen um Informationen und Bitten um Zusammenarbeit ein, ebenso wie konkrete Meldungen über bevorstehende Abschiebungen. Vor allem aus Deutschland. Daraus ist zu schließen, dass das von ELKI und FCEI geförderte „Dublinati-Projekt“ in Italien zu einem Bezugspunkt für das internationale Netzwerk von Kirchen und NGOs geworden ist.

nd
19.05.2021


Humanitäres Projekt  “Senfkorn”

Die Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Sizilien

 

 


Projekt “Gleis1”

Die Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Bozen

Gemeinsam für Bedürftige in Südtirol: Schutzhütte – Gleis 1 – Winterhaus – Dorea

Ein kleiner Verein mit wenigen Mitgliedern und viele freiwillige Helfer aus der Zivilgesellschaft. Die“Schutzhütte – Binario 1“ in Bozen wurde 2015 gegründet, als die Stadt Bozen, das Tor zu den Dolomiten, von einem Augenblick auf den anderen zu einem Zentrum des Flüchtlingsdramas wurde. Hunderte von Flüchtlingen, die in Italien gelandet sind und den Stiefel durchquert hatten, hofften von dort in den Norden Europas weiterreisen zu können. Die meisten von ihnen wurden an der österreichischen Grenze am Brenner aus den Zügen geholt und gen Süden zurückgeschickt. Vorläufige Endstation war das Gleis 1 am Bozner Bahnhof.

Caroline von Hohenbühel, ehemalige Vizepräsidentin der Synode und ELKI-Schatzmeisterin und mittlerweile Kuratorin der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Bozen, war eine von neun Frauen, die im November 2017 den Verein Schutzhütte gründete und sie ist bis heute die treibende und unermüdliche Kraft hinter den vielfältigen Aktionen des Vereins zugunsten von Flüchtlingen. Nach dem Notstand am Bahnhof, galt es Unterkünfte, medizinische und auch rechtliche Unterstützung für die Flüchtlinge zu organisieren.

RIFUGIO – BINARIO 1

Stationen der Arbeit der „Vereinigung Schutzhütte“ waren zunächst ein Haus für Flüchtlinge, die nicht in die öffentlichen Aufnahmeprogramme fielen, bzw. besonders schutzbedürftige Kategorien wie Schwangere, Frauen mit kleinen Kindern, Behinderte, Opfer von Menschenhandel, sexueller Gewalt und Folter, Opfer von Genitalverstümmelungen. Für 14 Monate konnte der Verein seine Schützlinge in einem Gebäude im Zentrum der Südtiroler Hauptstadt unterbringen. 128 Personen für insgesamt 3587 Nächte. Viele Hilfesuchende fanden auch in der evangelischen-lutherischen Gemeinde Zuflucht, die von Anfang an die „Schutzhütte“ maßgeblich unterstützte.

WINTERHAUS, WINTERBUCH und TAGESSTÄTTE
Winterhaus-1

Danach kam im Winter 2019/ 20 das Winterhaus. Rund hundert Freiwillige aus der Südtiroler Gesellschaft garantierten zusammen mit der Schutzhütte und anderen christlichen und Laien-Vereinigungen auch während der Zeit des ersten Lockdowns Unterkunft und Verpflegung für Flüchtlinge und Obdachlose. Aus dem Winterhaus ist das Winterbuch entstanden. Einundzwanzig Geschichten über ein warmes Haus im kalten Bozner Winter mit dreiundfünfzig Betten für obdachlose Frauen, Kinder und Männer, über 93 Freiwillige und ihren Mut zur Eigenregie. Siebentausend Nächtigungen in fünf Monaten. Der Erlös aus dem Verkauf des Buches ist in das Nachfolgeprojekt Dorea geflossen.

In dem extrem harten und von einem erneuten Lockdown gezeichneten Winter 2020/21 gelang es der Gruppe um Caroline von Hohenbühel für drei Monate eine Tagesstätte auf die Beine stellen, wo die über Nacht in den verschiedenen Obdachlosen-Strukturen der Stadt untergebrachten Menschen sich tagsüber aufhalten konnten. Wo Centro diurno 4sie ein warmes Getränk und Gebäck zu essen bekamen, einen Computer zur Verfügung hatten und sogar italienische und deutsche Sprachkurse besuchen konnten. Und natürlich menschliche Wärme und Anteilnahme. „Das Wichtigste war für uns, sie auch tagsüber nicht sich selbst zu überlassen“, unterstreicht Caroline von Hohenbühel. „Die Schlafstätten sind untertags geschlossen. Auch im Winter.“

DOREA

Das jüngste „Kind“ dieses Hybrids aus Sozial-Verein und Freiwilligen, nennt sich „Dorea“. Ein Projekt zugunsten obdachloser Frauen bzw. Frauen die Opfer von Gewalt sind. In Blumau, wenige Kilometer nördlich von Bozen, steht ein ganzes Haus für das Projekt Dorea und Familien in Wohnungsnot zur Verfügung. Der erste Stock ist Frauen vorbehalten, die Betreuung brauchen, in den beiden oberen Stockwerken ist Platz für vier Familien, die Arbeit aber keine Wohnung haben. Am 14. Mai konnte von Caroline von Hohenbühel einen Mietvertrag für zwei nebeneinanderliegende Wohnungen in einem Haus des Südtiroler Wohnbauinstituts in Bozen unterschreiben. Ein weiteres Gebäude sollte in Kürze zur Verfügung gestellt werden.

Ein Problem, das die Schutzhütte nicht müde wird anzuprangern: Es stünde in der Stadt genug Platz für Obdachlosen-Unterkünfte zur Verfügung, vor allem in der Industriezone, in der viele Industriebauten leer stehen. Aber nicht alles wird genutzt. Eines der Ziele der Schutzhütte war von Anfang an, der öffentlichen Hand zu zeigen, dass Hilfe sehr wohl möglich ist; auch ohne den Einsatz großer Geldmittel. Und dass das Flüchtlings- und Obdachlosendrama nicht einfach mathematisch und unflexibel nach bürokratischen Regeln bewältigt werden kann. Zu viele Menschen bleiben dabei auf der Strecke und auf der Straße. Oft, so Caroline von Hohenbühel, werde zudem von politischer Seite bewusst mit falschen Zahlen gearbeitet, um die Bevölkerung zu schrecken und zusätzlichen Argwohn gegen Fremde und auch jene, die ihnen helfen, zu wecken.

Die Tätigkeit der „Schutzhütte“ wird mit Geldern aus dem mit 8xMille Steuerfonds der Evangelischen-Lutherischen Gemeinde Bozen und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien sowie vonseiten der Evangelischen Kirche Deutschlands gefördert. (nd)


Projekt Teddybär

Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Rom

Seit fünf Jahren kommen jeden ersten Donnerstag des Monats ca. 80 afrikanische Mütter mit Kleinkindern zu uns, um 1 Paket Windeln, Kleidung und Spielzeug für ihre Babies zu holen. Das Projekt wird von Freiwilligen durchgeführt.

Es kommen Frauen aus Zentral- oder Nordafrika, die schon seit zwei bis drei Jahren in Rom leben. Im letzten Jahr kamen immer mehr junge Frauen aus Lybien und Afghanistan dazu. Wir wissen nicht von allen, auf welchem Weg sie nach Italien gekommen sind. Einige sind Flüchtlinge und andere suchen eine  bessere Zukunft.  Kaum eine Mutter fand bis jetzt Arbeit oder eine komfortable Unterkunft. Das kommt unter anderem daher, dass sie nach mehreren Jahren Aufenthalt in Italien kaum italienisch sprechen. Die meisten leben zusammen mit andern in einer kleinen Wohnung in der Periferie. Ehemänner sind oft keine da, oder sie sind in Afrika zurück geblieben. Wir bemühen uns sehr, ausser Windeln und Kleidern auch mit praktischen Ratschlägen weiter zu helfen. Es ist besonders wichtig, dass die Kinder so bald als möglich im Kindergarten aufgenommen werden und von klein an italienisch sprechen lernen und sich an die italienische Lebensweise anpassen.

“Poveri Frühstück”

Evangelisch-Lutherische Gemeinde Rom

Das „Poveri-Frühstück“ ist ein Projekt der Gemeinde Rom seit knapp 20 Jahren. Alle zwei Wochen mittwochmorgens findet das Frühstück unter Hilfe der Freiwilligen der Gemeinde statt. Und zwar das ganze Jahr über, abgesehen von der Sommerpause im August.

Eine von ihnen erklärt: „Die meisten kommen schon seit Jahren. Viele von ihnen sind Menschen, die in ihrem Leben mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Sie kommen wegen einem warmen Kaffee oder Tee mit Cornetto und einer kleinen Geldspende. Bisweilen sind wir auch in der Lage, ein kleines Päckchen mit Hygieneartikeln und anderen Bedarfsartikeln zu verteilen. Leider zu selten. Wir würden gerne mehr tun, aber unsere Geldmittel sind begrenzt“.

Es wird auch den Älteren geholfen, die Arzneimittel benötigen und die mit den Kürzungen im Gesundheitswesen es nicht schaffen Medikamente zu kaufen. Das erweist sich als äußerst problematisch für die, die nicht ohne Medikamente auskommen können. Deshalb füllen die Freiwilligen bei Vorlage eines ärztlichen Rezepts ein Formular aus, das die Bedürftigen in einer Apotheke, mit der die Gemeinde zusammenarbeitet, vorzeigen. Die Medikamente erhalten sie dann auf unsere Kosten.

Der Pfarrer Jens-Martin Kruse erläutert den tieferen Sinn des Poveri-Frühstücks: „Als Gemeinde sind wir keine Insel und wollen es auch nicht sein. Wir nehmen die Bedürftigen auf, wir engagieren uns im Bewusstsein unserer Verantwortung. Und ich glaube, dass die Tatsache, dass wir uns in einem wohlhabenden Viertel befinden, der Initiative eine besondere Bedeutung verleiht. Und daher haben wir auch ein paar Bäcker im Viertel angesprochen, die uns die Croissants zum Selbstkostenpreis verkaufen und auf ihren Verdienst verzichten. Andere spenden für unsere Initiative an Ostern und Weihnachten. Aber mit unserem Frühstück wollen wir nicht nur den „Körper“ dieser Menschen ernähren, sondern auch ihre Seele, indem wir ihnen eine warme authentischen Aufnahme zuteilwerden lassen und häufig auch die Freundschaft unserer Ehrenamtlichen.”

 


Projekt „Kommunikation“

Die Evangelisch-Lutherische Gemeinde Meran

Die Evangelische Gemeinde Meran hat im Jahre 2020 mit einem neuen Projekt gestartet, dass sich durch die „Corona-Zeit“ entwickelt hat. Ziel der Gemeinde ist es, jene besser in die Kommunikation und in den Informationsaustausch mit einzubinden, die sonst von der Außenwelt abgehängt sind. Besondere Zielgruppe sind dabei jene, die sich – aus welchen Gründen auch immer – der neuen Technik bisher verweigert haben und sich zugleich zur Risikogruppe zählen.
Video-Bildtelefonate, Online-Konzerte, YouTube-Andachten, Facebook-Gottesdienste, Zoom-Konferenzen undIMG_1296 vieles mehr sind auch für viele ältere Menschen heute schon selbstverständlich geworden. Mit Unterstützung des Generalkonsulates in Mailand und privaten Spendern hat die Evangelische Gemeinde neue Tablets und iPads angeschafft und bedienerfreundlich eingerichtet, die nun einer besseren Kommunikation und Anbindung dienen sollen. Junge Leute zeigen und begleiten den Umgang mit den Geräten, so kommt es nicht nur durch die Technik, sondern auch durch die „jugendlichen Begleiter“ und ihre „Schüler“ zu einem interessanten Informationsaustausch zwischen den Generationen.

Hier ein Beispiel: nach einem Sturz liegt eine Frau derzeit im Meraner Krankenhaus. Besuch ist auf Grund der Corona-Bestimmungen nicht erlaubt. Aber ihr wird nicht langweilig und sie ist im regen Kontakt. Auf ihrem Krankenbett liegt ihr neues iPad und sie schickt unablässig Nachrichten per WhatsApp und telefoniert per FaceTime mit Freunden und Bekannten. Das motiviert und dient auch dem Heilungsprozess.

„Wir haben gemerkt, dass durch die Coronabestimmungen, durch Quarantäne und Isolation eine starke Vereinsamung stattfindet“ kommentiert Pfr Krautwurst. „Besonders ältere Menschen sind davon betroffen, die über Tage und Wochen oft nur durch einen Telefonanruf an die Außenwelt angebunden waren. Sie trauen sich auch heute oft nicht unter Leute, weil sie durch ihr Alter und ihre Vorerkrankungen besonders gefährdet sind. Dem können und wollen wir begegnen, Ängste nehmen und neue Lebensfreude schenken!“!

Pfr. Martin Krautwurst, Meran

 


Projekt Bettlerbeutel

Die Evangelisch-Lutherische Gemeinde Meran

Wenn es täglich an der Tür des Meraner Pfarrhauses klingelte und Menschen bittend die Hand ausstreckten, bliebBettlerbeutel immer der Zweifel: handelt es sich um jemanden, der wirklich Hilfe und Unterstützung braucht oder wird um Geld für Alkohol, Zigaretten, Drogen oder die angrenzende Spielhalle gebettelt. Pfarrer Martin Krautwurst trennte die Spreu vom Weizen, indem er nicht mehr Geld austeilte, sondern ein diakonisches Projekt ins Leben rief: den Bettlerbeutel. Hinter der Tür des Pfarrhauses stehen seit 2014 Tüten bereit, die das Lebensnotwendigste enthalten. Brot, Konserven, Nudeln, Reis und Tomatensoße, Obst; dazu Artikel für die tägliche Hygiene.

Das Projekt ist längst ein Eckpfeiler im Leben von vielen geworden, die an oder unter der Armutsgrenze leben, denen es vor allem zum Monatsende hin, am Nötigsten fehlt, um über die Runden zu kommen. Eine alte Dame mit einem Kleinkind, Männer und Frauen jeden Alters und verschiedener Herkunft. Was sie gemeinsam haben, ist die Not und die Freude über den liebevoll gepackten Bettlerbeutel, der eine sättigende Mahlzeit verheißt und der mit Seife, Zahnpasta und Zahnbürste, Toilettenpapier und Waschpulver hilft, die persönliche Würde zu wahren. Dazu menschliche Ansprache, ein „Wie geht es heute“, ein warmes Lächeln und Gottes Segen für den schweren täglichen Weg.

Finanziert wird das diakonische Projekt der lutherischen Gemeinde Meran mit Mitteln aus dem 8xMille Fonds. Wer mehr tun möchte, kann auf eines der beiden Konten spenden. Gott vergelt´s!

 


Unterstützung Organisation Tampep

Die Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Turin

Die Gemeinde Turin ist eine der jüngsten Gemeinden der ELKI. Sie selbst ist kein Träger eigener diakonischer Dienste, sie unterstützt allerdings die Arbeit anderer Einrichtungen, wie die der Organisation Tampep.

Tampep enstand 1993 in Turin und konstituierte sich am 23. Juli 2001 als Verein in einer unpolitischen und unparteilichen
Onlus-Organisation (gemeinnützige Organisation ohne Gewinnabsichten – Anm. d. Ü.), die multidisziplinär Initiativen und Aktivitäten fördert, deren Fokus die Wahrung der Rechte schutzbedürftiger und sozial benachteiligter Menschen ist. Bei allen Initiativen werden stets die Entscheidungen und die Menschenwürde der Hilfesuchenden berücksichtigt. Zielsetzung ist die soziale Integration und die Abnahme der durch die Verschlechterung des sozialen Umfelds bedingten kriminellen Aktivitäten.

Bei der Umsetzung der Initiativen misst der Verein schon seit seiner Gründung der Genderfrage eine besondere Bedeutung zu. Die Organisation unterhält eine täglich geöffnete Anlaufstelle, an die sich die Hilfesuchenden, ohne zuvor einen Termin vereinbaren zu müssen, wenden können. Dort wird ihnen zugehört und Betreuung und Orientierungshilfe geleistet. Angeboten werden außerdem kostenlose Rechtsberatung, Kulturmediation, Begleitung bei Inanspruchnahme von lokalen Sozial- und Gesundheitsdiensten, Straßendienst, teilautonome Wohneingliederungsprojekte sowie Beratung bei freiwilliger und betreuter Rückkehr ins Herkunftsland.
Tampep unterhält Programme für die soziale Betreuung und Integration der Opfer von Menschenhandel, die zum Zwecke der Ausbeutung verschleppt wurden. Ferner führt der Verein Sensibilisierungskampagnen, Schulungen und Forschungs- und Aktionsprojekte zum Thema Gendergewalt durch.

 


Partnergemeinde Farandè

Evangelisch-Lutherische Gemeinde Sanremo

Vor einigen Jahren sind wir mit der Gemeinde Farandé in Togo eine Partnerschaft eingegangen und haben uns an der Fertigstellung ihrer Kirche beteiligt. Die Bauarbeiten hatten bereits 1997 begonnen, aber auch 2013, als wir im Rahmen unserer  Gemeindeversammlung  beschlossen,  ein „größeres Projekt“ zu fördern, fehlten noch immer Fenster und Türen… Die Partnerschaft kam dann durch die Vermittlung unseres damaligen Pfarrers Jakob Betz zustande, der persönliche Kontakte nach Farandé hatte.

Farandé ist ein Ort mit zirka 2000 Einwohnern. Er liegt im Norden Togos im Gebiet der Präfektur Binah. Unsere Partnergemeinde gehört zur „EEPT“ (Église Évangélique Presbytérienne du Togo/Evangelisch presbyterianische Kirche in Togo) und hatte im vergangenen Jahr 190 Mitglieder, darunter mehr als doppelt so viele Frauen und Mädchen (130) wie Männer und Jungen (60).

Die Evangelisierung Nord-Togos durch protestantische Missionare begann 1937. Noch im selben Jahr wurde in Farandé eine Katechismus-Schule gegründet, 1947 folgte eine Grundschule und 1956 eine Krankenstation, die heute als Medizinisch-Soziales Zentrum fungiert. Die Katecheten wie später auch die Gemeindepfarrer stammten bis Mitte der 60er Jahre überwiegend aus Frankreich und kamen von der „Societé des Missions“ (SME) in Paris.

Die seit 2012 genutzte neue Kirche fasst bis zu 400 Personen, ist aber keineswegs zu groß: bei Hochzeitsgottesdiensten und anderen Veranstaltungen wirkt sie eher klein, so groß ist die Zahl der Gäste.

Für die musikalische Jugendarbeit, insbesondere für die Gründung eines Posaunenchors, wird die Gemeinde Farandé mit unserer Hilfe in den nächsten Monaten Trompeten, Posaunen, diverse Trommeln, ein Tasteninstrument und Zimbeln anschaffen, dazu Mikrophone, einen Mixer, einen Verstärker und Lautsprecher für den Einsatz im Kirchenraum. Pfarrer Joseph Kalao und der Gemeinderat hoffen, damit besonders die junge Generation anzusprechen.